Wieso Bio

Die Genossenschaft Wädichörbli hat sich bewusst für den Gemüseanbau nach den Richtlinien der BioSuisse (Knospen-Label) entschieden.
Die Gründe für diesen Entscheid werden nachfolgend kurz erläutert.

  • Im Bio-Landbau ist der Einsatz wasserlöslicher mineralischer Düngemittel verboten. Mineralischer Dünger, vor allem Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) haben den Vorteil, dass sie sofort pflanzenverfügbar sind, also nicht mehr von Organismen umgewandelt werden müssen. Sie bringen aber vor allem ökologische Nachteile mit sich. Entweder werden sie unter grossem energetischem Aufwand aus der Atmosphäre (N) oder aus Lagerstätten (P und K) im Boden gewonnen. Der Abbau von Phosphor und Kalium geht oft mit einer starken Umweltbelastung einher.
  • Während Stickstoff mit genügend Energie beliebig aus der Atmosphäre gewonnen werden kann, sind die Reserven an Phosphor und Kalium endlich. Wann sie zu Ende gehen ist umstritten. Klar ist jedoch, dass wie beim Erdöl die geförderten Mengen in den nächsten 50 – 100 Jahren knapper werden. Dies führt zu höheren Preisen und dazu, dass immer schwieriger abbaubare Reserven ausgebeutet werden. Dies führt oft zu höheren Umweltbelastungen.
  • Alternativ zu den chemisch-synthetischen Düngern wird im Biolandbau Mist, Gülle, Kompost und organische Düngermittel (z.B. Nebenprodukte der Zuckerrübenproduktion) eingesetzt. Ausserdem werden Zwischensaaten mit Leguminosen für die Stickstoff-Düngung angepflanzt.
  • Der biologische Landbau versucht ökologische Kreisläufe möglichst intakt zu halten. Darum werden keine synthetischen Pestizide eingesetzt (im Weinbau oder bei Tomaten erlaubt, aber wegen möglicher Anreicherung im Boden umstritten, sind jedoch „natürliche“ Stoffe wie z.B. Kupfer und Schwefel). Dadurch wird eine gesunde Bodenfauna (Regenwürmer, Insekten, etc.) gefördert, die unbedingt für die Umwandlung der natürlichen Düngemittel in pflanzenverfügbare Stoffe benötigt wird.
  • Ob Bio-Produkte besser für die Gesundheit der Menschen sind als konventionell hergestellte, ist umstritten. Allerdings konnte belegt werden, dass Bio-Produkte im Vergleich weniger Schadstoffe enthalten. So enthält Bio-Gemüse 250 mal weniger Pestizidrückstände, 10-40% weniger Nitrat und 5-90% mehr Vitamin C, als konventionell hergestelltes Gemüse.
  • Der Einfluss dieser Faktoren auf die menschliche Gesundheit ist aber sehr schwierig abzuschätzen, da diese noch von vielen anderen Faktoren abhängt.
  • Weiter ist der Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verboten.
  • Die Tatsache, dass Bio-Produkte teurer verkauft werden können als konventionell hergestellte, stand nicht im Vordergrund, da die Genossenschaft nicht gewinnorientiert ist.